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Die
magische Zahl 40? Es gab nur zwei Möglichkeiten für mich, so weiterleben oder etwas verändern. Ich hab mich fürs Verändern entschieden, allerdings zogen bis zum wirklichen Veränderung noch fünf Jahre ins Land. Ausschlaggebend waren damals massive Schlafstörungen. Mein Hausarzt hielt mich für total überlastet und stellte mich vor die Wahl: Medikamente oder Therapeut. Ich hab mich für den Therapeuten entschieden. In nur wenigen Sitzungen kamen wir sehr schnell auf die Ursache meiner Schlafstörungen. Meine verdrängte Kindheit! Ich hab sofort abgeblockt, ich wollte sie nicht wieder aufleben lassen. Denn dann hätte ich auch den Schmerz wieder zulassen müssen. Also brach ich die Therapie ab. Damals wusste ich noch nicht, dass gerade dieses Verdrängen falsch war. Es muss abgearbeitet werden. Ich wurde zunehmend unglücklicher, ich wusste nicht mehr, was ich zuhause sollte. Die Stimmung war mies und es lag an mir. Dementsprechend habe ich mich auch verhalten, kam später von der Arbeit nachhause, verzog mich, wich allem aus. Ich war einfach nur noch unzufrieden. Eines Nachts hatte ich einen sehr mehrwürdigen Traum. Schon oft hatte ich diese Art von Träumen und sie wurden immer wahr. Dieser Traum war ausschlaggebend, die Antwort auf all meine Fragen. Ich musste handeln und zwar sofort. Mein Mann und ich beschlossen zusammen mit den Kindern an einer Famlientrennungstherapie teilzunehmen. In dieser Trennungstherapie kamen wieder Erinnerungen an die Kindheit hoch. Viele meiner Verhaltensmuster stammten aus meiner verdrängten Kindheit Auch wenn ich sie bis dahin verdrängt habe, sie hat aber mein Leben bestimmt. Ich habe es zugelassen, dass mein inneres verletztes Kind mein Leben bestimmte. Heute weiß ich es. Verdrängte Kindheit Sind körperliche oder seelische Misshandlungen bei einem Kind so schwer, kommt der Punkt, an dem die Erfahrung als auch die Bedeutung verdrängt wird. Das Bewusstsein der Realität, was wirklich geschehen war, verschwindet im Unterbewusstsein. Und dieses Unterbewusstsein schützt uns im Erwachsenenalter weiterhin vor etwas, was nicht mehr vorhanden ist. Wir müssen nicht mehr beschützt werden. Als erwachsener Mensch wissen wir, es ist gewesen, Vergangenheit. Nur das Unterbewußtsein kennt weder Vergangenheit noch Gegenwart, keine zeitlichen Dimensionen, es ist aber in der Lage, die Wahrnehmung des Bewusstseins zu verändern. Unserem Unterbewusstsein müssen wir mitteilen, dass wir nicht mehr Kinder sind und auch nicht mehr die Schutzmechanismen aus der Kindheit brauchen. Tun wir dies nicht, so werden wir in bestimmten Situationen, wieder wie ein Kind reagieren, denn was in der Kindheit geschah und uns verletzte und auch die damit verbundenen scherzhaften Gefühle, sind in unserem Unterbewusstsein in kindlicher Form abgespeichert. Wir müssen unserem inneren Kind mitteilen, das wir es jetzt beschützen. Bei mir spielten mehrere Faktoren eine Rolle, für die mein Unterbewusstsein Schutzmechanissen angelegt hat und jederzeit abrufbar waren. Co-Abhängigkeit In meinem Erwachsenalter hatte ich später Probleme, wenn mein Partner ähnliche Verhaltensweisen hatte wie mein Vater. Ich wurde wütend, wenn er sich nach einer Feier, auf der auch getrunken wurde, eine Auszeit nahm. Heute weiß ich, es war mein kindliches Verhalten, dass mich immer so wütend machte. Gewalt, verbal und nonverbal Nach solchen Schlägen sprach sie gewöhnlich erstmal nicht mit mir. Später schlug sie nicht mehr, sondern sprach dann tagelang nicht mehr mit mir. Ich bekam keine Antwort, ich wusste nie warum. Sie beachtete mich einfach nicht, sie sah an mir vorbei, als würde ich nicht existieren. In meinem Erwachsenalter hatte ich sehr große Schwierigkeiten damit umzugehen, wenn jemand nicht mehr mit mir sprach und ich wusste nicht warum. Nicht die Schläge haben mich verletzt, sondern dieses Ignorieren. Meine Fragen wurden einfach nicht beantwortet. Das hat mich so hilflos und auch ungeduldig gemacht. Fehlende Elternliebe Was ist, wenn ein Kind all dies nicht von seinen Eltern bekommt? Es wird immer auf der Suche nach Liebe, Aufmerksamkeit und Zuneigung sein. Die ersten sechs Wochen meines Lebens habe ich getrennt von meiner Mutter verbracht. Sie war sehr krank nach meiner Geburt und ich wurde im Krankenhaus von fremden Menschen betreut. Mein Vater wollte zuerst weder meine Mutter noch mich sehen, er hatte mit einem Sohn gerechnet. Irgendwann musste er mich ja anmelden, ich bekam einen Namen, mit dem mich meine Eltern nie angesprochen haben. Für meinen Vater war ich nur ein Mädchen und für meine Mutter? Richtige Liebe, Zuneigung und Beachtung durch meine Eltern habe ich nie erfahren. In meinem Erwachsenenalter habe ich immer versucht, es allen recht zu machen, nur mir selbst nicht. Wollte immer beweisen, das ich alles kann, alles besser kann, war immer für jeden da. Wollte allen zeigen, dass ich es wert bin geliebt zu werden. Ich stellte viel zu hohe Anforderungen an mich, dachte immer, ich bin nicht gut genug. Heute frage ich mich, gut genug wofür, für wen? Niemand ist perfekt. Warum sollte ich es sein? Jetzt ist es mir egal, wenn jemand schlecht über mich denkt. Das ist sein Problem, seine Sichtweise. Es gibt eine Ausnahme: mein Job, mein Chef, er sollte nicht schlecht über mich denken. Sexueller Mißbrauch Unter sexuellen Missbrauch versteht man, dass ein Kind von einem Erwachsenen zur Befriedigung seiner sexuellen Lust missbraucht wird. Das Kind lernt dadurch, dass es für einen Erwachsenen nur dann eine Bedeutung hat, wenn es sich sexuell betätigt. Die Folge einer solchen Verletzung ist, dass der Mensch als Erwachsener glaubt, er könne die wahre Liebe eines anderen Menschen nur dann erringen, wenn er ein phantastischer Liebhaber oder ein sexuell ungewöhnlich attraktiver Mensch ist. Es gibt viele Formen des sexuellen Missbrauchs. Die nichtkörperlichen sind die, die am häufigsten nicht erkannt werden und das Opfer auf die schlimmste Weise neurotisieren können. Was ist unter nichtkörperlichem Missbrauch zu verstehen? Wenn das Prinzip der Familie aus dem Gleichgewicht gerät, bzw. ein Elternteil, das System der Familie nicht mehr funktioniert. Wenn der Vater mit der Mutter nicht zufrieden ist, kann er sich an seine Tochter wenden und bei ihr die Befriedigung seiner seelischen Bedürfnisse suchen. Die Tochter wird dann zur kleinen Prinzessin. Umgekehrt kann aber auch der Junge zum kleinen Prinz der Mutter werden. Die Kinder werden zur Bezugsperson des jeweiligen Elternteils und müssen sich um die Ehe ihrer Eltern kümmern und werden dazu missbraucht, etwas gegen die Einsamkeit zu tun. Wenn nun dazu kommt, dass ein Elternteil sexuell ausgeschlossen ist, seine sexuellen Bedürfnisse nicht befriedigt werden und es unbewusst auf das Kind überträgt. Das Kind hat möglicherweise das unangenehme Gefühl, wenn es von Vater oder Mutter angefasst oder in einer bestimmten Weise geküsst wird. Wenn ein Kind für ein Elternteil wichtiger ist als der eigene Partner, entsteht die Gefahr sexuellen Missbrauchs, der darin besteht, dass Mutter oder Vater das Kind für seine eigenen Bedürfnisse benützen. Sexueller Missbrauch fügt dem Kind seelische Verletzungen zu, die schlimmer sind als alle anderen. Was passiert, wenn es körperlicher Missbrauch durch ein Familienmitglied ist? Wenn Vater oder Mutter das Kind nicht zur seelischen, sondern zur körperlichen Befriedigung benutzen. Oder, wenn ein Kind durch Onkel, oder andere Verwandte missbraucht wird? An wen soll sich dieses Kind wenden? Welche Qualen macht es durch? Wenn nun dieses Kind ständig unter Druck gesetzt wird? Ihm gedroht wird? An wen kann es sich wenden? Natürlich zuerst an die Eltern, dazu hat es auch Vertrauen, aber durch den Täter eingeschüchtert, wird das Kind aus Angst nichts sagen. Wenn es aber doch den Mut fasst und sich an die Eltern wendet. Was passiert, wenn Mutter und Vater dem Kind nicht glauben, es einfach abtun, das Kind nicht ernst nehmen? Was geht in diesem Kind vor? Was macht es durch? Es muss doch das Vertrauen in die Eltern verlieren, an wen soll es sich wenden, wenn die Eltern ihm nicht mal glauben? Dieses Kind steht ganz alleine da, kann die Welt nicht mehr verstehen, die Eltern. Es ist total ungeschützt und so kann es passieren, dass der Missbrauch weiterhin im Hause der Eltern durch den Verwandten stattfinden kann, sogar über Jahre hinweg. Irgendwann ist das Kind erwachsen und der Missbrauch gerät in den Hintergrund, wird verdrängt. Im Erwachsenalter treten Probleme in Liebesbeziehungen auf, ohne dass eine Erklärung dafür vorliegt. Irgendwann kommt der Missbrauch in der Kindheit wieder zutage. Er kann nicht ewig verdrängt werden. Es kann ausreichen, dass eine ähnliche Situation durch eine andere Person entsteht und man steckt wieder in der gleichen Panik wie in der Kindheit. Und plötzlich sind alle verdrängten Erinnerungen wieder da. Aber wie geht man damit um? Wer kann helfen? Die Eltern, die einen früher schon im Stich gelassen haben? Wenn man Glück hat, haben die Eltern im Laufe der Jahre etwas dazu gelernt, aber verlassen kann man sich nicht. Dann hilft nur noch eine Therapie. In Therapien wird der sexuelle Missbrauch lebendig gemacht und abgearbeitet. Der Missbrauch wird wahrer Bestandteil des Lebens. Wir versuchen unsere Kinder zu schützen. Gehe nicht mit Fremden mit, nimm keine Bonbons, steig nicht ins Auto, wenn man dir erzählt, ich bringe dich zu deiner Mutter. Wir warnen laufend unsere Kinder vor Gefahren des Missbrauchs. Ich habe es meinen Kindern laufend eingeredet, irgendwann ging ich ihnen auf die Nerven, aber es ist ihnen nichts passiert, denn sie wußten, worauf sie achten mußten.! Was aber geht in einer Mutter vor, die als Kind missbraucht wurde, ihre Kinder immer davor gewarnt hat und das Gefühl nicht los wird, dass ihre Kinder auch missbraucht wurden. Sie hat ihren Kindern so oft erzählt, was ihr passiert ist, sie gewarnt um sie zu schützen. Ihre Kinder verneinen immer wieder ihre Fragen, doch das Gefühl bleibt einfach da. Und dann kommt der Tag der Gewissheit. Das, was sie die ganze Zeit geahnt hat, wird zur Gewissheit. Obwohl sie die ganze Zeit versucht hat, ihre Tochter zu schützen, zu warnen, muss sie erfahren, dass ihre Tochter in sehr jungen Jahren von einem Verwandten in ihrer eigenen Wohnung für seine sexuellen Bedürfnisse missbraucht wurde. Es handelte sich um Streicheleinheiten, die ihn befriedigt haben. Als das Kind dann später von der Mutter erfuhr, was der Mutter passiert ist, hatte das Kind Angst, sich der Mutter anzuvertrauen. So schleppte dieses Kind einige Jahre das „schlechte Gewissen“ vor sich hin, einfach um die Mutter nicht zu belasten. Eins weiß ich, dieses junge Mädchen hat rechtzeitig geredet, von ihren Erlebnissen erzählt, und sie wird von ihrer Mutter die nötige Liebe, Hilfe und Unterstützung erfahren um in späteren Jahren nicht eine verdrängte Kindheit abarbeiten zu müssen, sondern sie kann jetzt damit beginnen. Ich wünsche ihnen alles Liebe. Gestörtes Sexualverhalten als Erwachsener Gestörte Beziehungsfähigkeit Gestörte Beziehungsfähigkeit
- Borderline Für meinen Teil kann ich nur sagen, ich lehne Schläge grundsätzlich ab. Ein einziges Mal ist mir die Hand bei meinem Sohn ausgerutscht und in dem Moment wurde mir bewusst, du bist nicht besser wie sie! Und wenn ich heute Jemand reden höre: eine Tracht Prügel hat noch nie geschadet, so antworte ich dann, es war eine Tracht Prügel zuviel, denn es wird nie bei dieser einen bleiben. Ich werde dann oft ausgelacht. Eins weiß ich auch, meine Mutter - zu ihr habe ich keinen Kontakt mehr, sie lehnt ihn ab - verdrängt diese Geschehnisse, sie hat nie ihre Kinder geschlagen, sagt sie. Sie geht sogar soweit und sagt: Leute, die ihre Kinder schlagen, wissen nicht, was sie ihren Kindern damit antun. Meine Kinder hatten eine glückliche Kindheit – sagen sie zumindest – und ich glaube es ihnen. Einen Teil meiner Kindheit durfte ich mit ihnen nachholen und darüber bin ich sehr glücklich. Vielleicht habe ich sie auch in einigen Dingen ein wenig verwöhnt, war zu vorsichtig, vielleicht zu sehr eine Glucke. Sie sind wundervolle Menschen und haben ihren Weg gefunden, ich bin sehr sehr stolz auf sie und sehr glücklich darüber, diese Kinder zu haben.. Meine Kindheit liegt lange zurück, mittlerweile bin ich 50. Wenn ich heute daran zurückdenke, dann sind die Schmerzen und Verletzungen Vergangenheit. Sie haben existiert, aber ich möchte mich heute an die schönen Dinge meiner Kindheit erinnern und ich habe so viele schöne Erinnerungen. Eine schöne Kindheit, die mir meine Oma und meine Patentante gegeben haben. Die Freunde Renate und Dietmar die ich bei meinen Ferienbesuchen über Jahre hatte, bis sie wegziehen mussten. Manchmal frage ich mich, was aus ihnen geworden ist. Die Reisen, auf die mich meine Oma mitgenommen hat. Mein erster Kuss mit 13 und statt in den Typen hab ich mich wahnsinnig in ein Auto verliebt. Einen gelben Karman Ghia. Mein Traumauto! Vielleicht ergibt sich mal die Gelegenheit und irgendjemand hat so ein Auto, und ich darf mal mitfahren. Ob Wünsche immer in Erfüllung gehen? Meine Oma hat immer gesagt, jeder Wunsch geht in Erfüllung, du musst nur ganz fest daran glauben. Ja, ich glaube ganz fest daran.
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